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mein Blog mit Musiktipps

Mittwoch, 31. Oktober 2007
unglaublich - Beatbox auf/mit der Querflöte

Durch einen Hinweis in der Schulmusiker Mailingliste bin ich auf dieses youtube-Video gestoßen:
großartig
faszinierend
begeisternd

Der Flötist (Greg Patillo) stellt sogar Ian Anderson in den Schatten: Er schafft es auf der Querflöte eine Melodie zu spielen und gleichzeitig mit dem Mund Schlagzeugsounds zu erzeugen.

Donnerstag, 7. Juni 2007
Monteverdi - Marienvesper

Es war eine meiner ersten Anschaffungen von meinem »Zivigehalt« (anno 1987):
Claudio Monteverdi
Vespro della Beata Virgine (1610)
mit Emma Kirkby (Sopran) u.a.
Taverner Choir / Taverner Consort / Taverner Players
Ltg: Andrew Parrot

Damals noch auf LP. Das ist auch der Grund, warum ich die Aufnahme schon jahrelang nicht mehr gehört habe. Jetzt habe ich sie bei Napster gefunden.
Seit Tagen höre ich sie mehrmals. Habe mir zum Vergleich auch andere herunter geladen. Aber keine hält dem Vergleich stand: Weder Suzuki, noch Creesh,

Bei Parrot stimmt alles:
- jedes Tempo, jeder Tempowechsel
- die Klangbalance zwischen Vokalisten und Instrumentalisten
- die Ausgewogenheit zwischen Solisten und Chor
- jedes Detail und der Gesamtzusammenhang (fachkundig ergänzt mit Gregorianischem Choral und Instrumentalstücken; Parrot ist eben auch ein hervorragender Musikwissenschaftler)
- die Verbindung von Text und Musik, nicht stur gleichberechtigt, aber immer im Gleichgewicht

Kurzum: Meine absolute Referenzeinspielung. Je mehr andere Aufnahmen ich höre, desto sicherer werde ich mir in meiner Aussage ...

Wer in die gelobte Aufnahme reinhören will, dem sei Napster (im Abo für 9.95€ pro Monat) empfohlen.
Wer das Stück noch gar nicht kennt und drei besonders schöne Einzelsätze hören möchte, kann dies beim Kammerchor Neuss tun:
http://www.muensterchor.de/klang.htm
Ich finde diese Interpretation sehr gelungen. Man könnte meinen Parrot habe ein wenig Pate gestanden ;-)

Montag, 4. Juni 2007
Nik Bärtsch's Ronin

Am Ostermontag durfte ich ins Theaterhaus Stuttgart. Unter dem Motto »Jazz-Länderspiel« gabe es Jazz aus Deutschland und der Schweiz. Am Abschlussabend der Jazztage 2007 spielten Nik Bärtsch's Ronin.
Das Konzert entwickelte sich vom ersten Ton an zu meiner größten musikalischen Entdeckungsreise seit langem.
Begeistert, elektrisiert und mit-hineingenommen hörte und sah ich dieses Quintett.
Schon die Aufstellung der Instrumente überraschte mich:
Das Piano des Bandleaders Nik Bärtsch links vorne. Der Pianist spielte mit dem Rücken zum Publikum, was seiner Präsenz aber keinen Abbruch tat. Als Gegenpol das Drumset rechts vorne. Percussion zentral in der Mitte, etwas nach hinten versetzt. Zwischen Piano und Percussion Sha mit seinen Klarinetten (u.a. eine Kontrabassklarinette aus Metall). Auf der rechten Seite zwischen Percussion und Drumset: der E-Bass.
Musikalisch zeigte sich in dieser Aufstellung der Hinweis, dass alle Instrumente auch von ihren perkussiven Komponenten her interpretiert werden.
Die Optik blieb wichtig. Die Lichtregie ergänzte, unterstützte und kommentierte musikalische Strukturen. Schwarzlichtröhren waagrecht in verschiedenen Höhen - scheinbar schwebend - wurden ideal wirkungsvoll eingesetzt.
Und die Musik
mit Worten kaum zu fassen
»Askese und Ekstase« stand im Programmheft. Um ehrlich zu sein hielt ich diese Formulierung vor dem Konzert für mindestens überinterpretiert ...
Währenddessen und rückblickend muss ich sagen: Durchaus treffend!
Wie anders könnte in drei Worten diese Musik benannt werden?
Mir fallen auch nur dialogische Formulierungen ein:
Konzentration und Spontaneität
Struktur und Freiheit
Ruhe und Impulsivität

Bis hin zu Pausen wurden alle musikalischen Parameter hörbar und spürbar zum musikalischen Erlebnis-Werk.

Auf der Homepage von Nik Bärtsch gibt's eine Hörprobe in ein Stück aus dem Konzert: »Modul 36« aus dem aktuellen Album »stoa«:
http://www.nikbaertsch.com/sound/?soundid=117

Dienstag, 16. Januar 2007
+ Michael Brecker +

Gestern erhielt ich eine Mail traurigen Inhalts:

»Zwei Jahre um sein Leben gekämpft


Einer der wichtigsten Musiker der Gegenwart ist tot. Ausnahme-Saxofonist Michael Brecker galt als einer der stilprägendsten Instrumentalisten der populären Musik überhaupt. Elf Mal wurde er mit dem Musikpreis Grammy ausgezeichnet. Am Samstag verstarb er 57-jährig in einem Spital in New York.
Brecker litt am myelodysplastischen Syndrom (MDS), einer Leukämie-ähnlichen Erkrankung des Knochenmarks. Die Krankheit wurde 2005 bei ihm diagnostiziert. Ein Knochenmarkspender mit dem passenden genetischen Profil hätte den Musiker retten können.

Zweijähriger Überlebenskampf
Breckers Familie, Freunde und seine Verehrer auf der ganzen Welt hatten die letzten zwei Jahre der verzweifelten Suche nach dem richtigen Spender gewidmet - weder seine zwei Kinder noch seine Geschwister wiesen das passende Spenderprofil auf.

Auch der introvertierte Musiker selbst machte seinen Überlebenskampf öffentlich. Hoffnungen, dass er gesunden würde, machte er sich dabei kaum. Er erklärte vielmehr, er wolle Menschen damit ermutigen, sich in Spenderregister eintragen zu lassen.

"Jemand anderem helfen"
Die Erkenntnis, wie viele Menschen weltweit sterben müssen, weil es nicht genug Spender gibt, habe ihn "schockiert", meinte Brecker 2005. Daher wolle er "jeden ermutigen, sich als Spender eintragen zu lassen - um jemand anderem zu helfen, sein Leben zu retten."

Noch immer zu wenige Spender
Tatsächlich gibt es weltweit noch relativ wenige Knochenmark- und Stammzellspender, obwohl für den Eintrag in die Spenderdatenbank nur eine Blutprobe nötig ist. Die Tatsache, dass Breckers Vorfahren osteuropäische Juden waren, verringerte seine Chancen außerdem.

Mit dem millionenfachen Mord an europäischen Juden durch die Nazis wurden auch ebenso viele genetische Linien für immer ausgelöscht. Die Chance, einen passenden Spender für einen Kranken mit jüdischen Vorfahren zu finden, ist dadurch noch heute weitaus geringer.

Umjubelter letzter Auftritt
Letztes Jahr konnte Brecker wieder Hoffnung schöpfen. Eine Spende von neutralisierten Knochenmarkszellen seiner Tochter brachte zwar keine Heilung, verringerte jedoch die Symptome der Krankheit. Er konnte sogar wieder ein wenig Saxofon spielen, wofür er davor zu schwach gewesen war.

Als er im Juni plötzlich als Überraschungsgast bei einem Konzert des Pianisten Herbie Hancock auf der Bühne der New Yorker Carnegie Hall auftauchte und ein Solo mit der gewohnten Brillanz ablieferte, vermeldete die Musikpresse sogar bereits Breckers Rückkehr. Es war jedoch sein letzter öffentlicher Auftritt.

Noch letztes Album fertig gestellt
Laut seinem Freund und Manager Darryl Pitt arbeitete Brecker noch bis zuletzt an einem letzten Album. Die Aufnahmen dazu soll er, bereits schwer von der Krankheit gezeichnet, erst vor zwei Wochen beendet haben.

Laut Pitt war Brecker mit den Aufnahmen sehr zufrieden. "Zusätzlich zur Liebe seiner Familie und seiner Freunde hat ihn die Arbeit an diesem Projekt am Leben erhalten". Das Album würde ein letztes Juwel und Vermächtnis sein, so Pitt am Samstag.

Bescheidener MusikgigantDie Nachricht von Breckers Tod bedeutet einen Schock für die Musikwelt. Seit den 70er Jahren war er eine fixe Größe auch außerhalb des Jazz. James Brown und Frank Sinatra holten Brecker ebenso in ihre Studios wie John Lennon, Paul Simon, Billy Joel und Bruce Springsteen.

Vor allem im Jazz gilt Brecker aber als wichtiger Neuerer der Musik, der in einer Reihe mit Größen wie Charlie Parker und John Coltrane genannt wird. "Ich glaube ehrlich nicht, dass ich so gut bin", meinte er dazu noch vor zwei Jahren in der ihm eigenen Bescheidenheit.

Lukas Zimmer, ORF.at«

Ich habe Michael Brecker einmal live erlebt: auf dem Tübinger Marktplatz. Er spielte damals (~1988) mit Mike Stern: Spielfreude pur. Es war eines meiner ersten Jazz-Konzerte überhaupt. Am selben Tag spielten noch Itchy Fingers, Trilok Gurtu und zum Abschluss Santana.

Ich muss gestehen, dass ich mich auch noch nicht als Spender habe registrieren lassen, werde mich jetzt aber auf jeden Fall genauer informieren ...

Mittwoch, 27. Dezember 2006
Bass-Men

Das Jahr 2006 war für mich in vielfacher Hinsicht ein Jahr der Bassmänner, und um korrekt zu sein: eine Bassistin war auch dabei: Eva Kruse. Sie habe ich »live« erlebt im Theaterhaus Stuttgart bei den »Young Friends«
Bei den Männern ragen Charlie Haden, Dave Holland und Barre Phillips für mich heraus, ebenso wie Slawomir Kurkiewicz (u.a. mit Thomas Stanko).
Die heutige Zeichnung ist allen Bass-Menschen gewidmet. Die körperliche Nähe und Beziehung zum Instrument ist beim Bass sehr faszinierend und ausdrucksstark.
Der Bassist, der für mich persönlich die enormste Entwicklung durchmacht ist John Patitucci. Ich habe ihn eher in der JazzRock- und Fusion-Ecke kennengelernt. Da hat er sich doch mittlerweile enorm emanzipiert. Beredtes und klingendes Beispiel ist seine neue CD
John Patitucci
Line By Line
Es ist schön, einen Musiker so auf seinen Wegen zu neuen musikalischen Ufern hörend begleiten zu können.
Anspieltipps sind:
1. The Root
7. Theme and Variations for 6-String-Bass and Strings

Auf: http://www.johnpatitucci.com/flash/ kann man die Entwicklung hörend ein bisschen miterleben.

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