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+ Michael Brecker +

zum Tode von Michael Brecker

Dienstag, 16. Januar 2007

Gestern erhielt ich eine Mail traurigen Inhalts:

»Zwei Jahre um sein Leben gekämpft


Einer der wichtigsten Musiker der Gegenwart ist tot. Ausnahme-Saxofonist Michael Brecker galt als einer der stilprägendsten Instrumentalisten der populären Musik überhaupt. Elf Mal wurde er mit dem Musikpreis Grammy ausgezeichnet. Am Samstag verstarb er 57-jährig in einem Spital in New York.
Brecker litt am myelodysplastischen Syndrom (MDS), einer Leukämie-ähnlichen Erkrankung des Knochenmarks. Die Krankheit wurde 2005 bei ihm diagnostiziert. Ein Knochenmarkspender mit dem passenden genetischen Profil hätte den Musiker retten können.

Zweijähriger Überlebenskampf
Breckers Familie, Freunde und seine Verehrer auf der ganzen Welt hatten die letzten zwei Jahre der verzweifelten Suche nach dem richtigen Spender gewidmet - weder seine zwei Kinder noch seine Geschwister wiesen das passende Spenderprofil auf.

Auch der introvertierte Musiker selbst machte seinen Überlebenskampf öffentlich. Hoffnungen, dass er gesunden würde, machte er sich dabei kaum. Er erklärte vielmehr, er wolle Menschen damit ermutigen, sich in Spenderregister eintragen zu lassen.

"Jemand anderem helfen"
Die Erkenntnis, wie viele Menschen weltweit sterben müssen, weil es nicht genug Spender gibt, habe ihn "schockiert", meinte Brecker 2005. Daher wolle er "jeden ermutigen, sich als Spender eintragen zu lassen - um jemand anderem zu helfen, sein Leben zu retten."

Noch immer zu wenige Spender
Tatsächlich gibt es weltweit noch relativ wenige Knochenmark- und Stammzellspender, obwohl für den Eintrag in die Spenderdatenbank nur eine Blutprobe nötig ist. Die Tatsache, dass Breckers Vorfahren osteuropäische Juden waren, verringerte seine Chancen außerdem.

Mit dem millionenfachen Mord an europäischen Juden durch die Nazis wurden auch ebenso viele genetische Linien für immer ausgelöscht. Die Chance, einen passenden Spender für einen Kranken mit jüdischen Vorfahren zu finden, ist dadurch noch heute weitaus geringer.

Umjubelter letzter Auftritt
Letztes Jahr konnte Brecker wieder Hoffnung schöpfen. Eine Spende von neutralisierten Knochenmarkszellen seiner Tochter brachte zwar keine Heilung, verringerte jedoch die Symptome der Krankheit. Er konnte sogar wieder ein wenig Saxofon spielen, wofür er davor zu schwach gewesen war.

Als er im Juni plötzlich als Überraschungsgast bei einem Konzert des Pianisten Herbie Hancock auf der Bühne der New Yorker Carnegie Hall auftauchte und ein Solo mit der gewohnten Brillanz ablieferte, vermeldete die Musikpresse sogar bereits Breckers Rückkehr. Es war jedoch sein letzter öffentlicher Auftritt.

Noch letztes Album fertig gestellt
Laut seinem Freund und Manager Darryl Pitt arbeitete Brecker noch bis zuletzt an einem letzten Album. Die Aufnahmen dazu soll er, bereits schwer von der Krankheit gezeichnet, erst vor zwei Wochen beendet haben.

Laut Pitt war Brecker mit den Aufnahmen sehr zufrieden. "Zusätzlich zur Liebe seiner Familie und seiner Freunde hat ihn die Arbeit an diesem Projekt am Leben erhalten". Das Album würde ein letztes Juwel und Vermächtnis sein, so Pitt am Samstag.

Bescheidener MusikgigantDie Nachricht von Breckers Tod bedeutet einen Schock für die Musikwelt. Seit den 70er Jahren war er eine fixe Größe auch außerhalb des Jazz. James Brown und Frank Sinatra holten Brecker ebenso in ihre Studios wie John Lennon, Paul Simon, Billy Joel und Bruce Springsteen.

Vor allem im Jazz gilt Brecker aber als wichtiger Neuerer der Musik, der in einer Reihe mit Größen wie Charlie Parker und John Coltrane genannt wird. "Ich glaube ehrlich nicht, dass ich so gut bin", meinte er dazu noch vor zwei Jahren in der ihm eigenen Bescheidenheit.

Lukas Zimmer, ORF.at«

Ich habe Michael Brecker einmal live erlebt: auf dem Tübinger Marktplatz. Er spielte damals (~1988) mit Mike Stern: Spielfreude pur. Es war eines meiner ersten Jazz-Konzerte überhaupt. Am selben Tag spielten noch Itchy Fingers, Trilok Gurtu und zum Abschluss Santana.

Ich muss gestehen, dass ich mich auch noch nicht als Spender habe registrieren lassen, werde mich jetzt aber auf jeden Fall genauer informieren ...


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